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Raumeindruck bewahren und Haltung zeigen

Forum Appenzellerhaus besichtigt das sanierte Gasthaus Ochsen in Urnäsch

Am Dienstagabend 9. Juni lud das Forum Appenzellerhaus zur Besichtigung des frisch eröffneten Gasthaus Ochsen in Urnäsch ein. Zahlreiche Interessierte aus Architektur, Denkmalpflege, Holzbau und dem regionalen Baugewerbe nutzten die Gelegenheit, das frisch umgebaute Gasthaus gemeinsam mit Architekt Thomas Hasler und der Restauratorin Julia Tanner zu besichtigen.

 

Ein Gasthaus für die Zukunft

Ein historisches Gasthaus im Dorfzentrum zu erwerben, umzubauen und gleichzeitig den Anforderungen von Gastronomie, Gästen und Denkmalpflege gerecht zu werden, verlangt Mut, Ausdauer und grosses Fachwissen. Das Projekt Ochsen zeigt eindrücklich, wie dieser anspruchsvolle Spagat gelingen kann.

Architekt Thomas Hasler bewies, dass durch fundierte Recherche, sei es zur Herkunft der beiden Häuser, zum Braukeller oder zur Sitzbank in der Gaststube, und dem Aneinanderfügen der Erkenntnisse, Baugeschichte glaubwürdig weitergeschrieben werden kann.

 

Historische Substanz erhalten

Restauratorin Julia Tanner gewährte Einblicke in ihre Arbeit und zeigte, wie traditionelle Farben hergestellt werden können – teilweise sogar mit einfachen des und für den Hausgebrauch. Die wertvollen Deckenmalereien im heutigen Weinkeller wurden durch gezielte Festigungsmassnahmen gesichert und für kommende Generationen bewahrt.

Sowohl Hasler als auch Tanner betonten, dass nicht die Sichtbarkeit der Eingriffe im Vordergrund stand, sondern die Erhaltung eines stimmigen Raumeindrucks. Die Räume sollen die Gäste atmosphärisch ansprechen, nicht ihr kulturhistorisches Wissen prüfen. Konkret hiess dies beispielsweise, die Tische in der Gaststube zu erhalten und fehlende neu hinzuzustellen. So stehen nun 100 -jährige neben 90-ern neben ganz Neuen. Für Laien nicht, für Experten beinahe nicht ablesbar.

 

Architektur mit Respekt vor dem Bestand

Im Hochparterre befinden sich die beiden Gaststuben und das Stübli, darüber, ursprünglich geplant als Wirtewohnung, eine Ferienwohnung. Oberhalb der Gaststube und Gewölbekeller liegen vier Gästezimmer und eine Maisonettewohnung. Das Angebot an Unterkunft wurde den bestehenden räumlichen Voraussetzungen der historischen Liegenschaften angepasst.

Lediglich das neue Treppenhaus mit Dachterrasse wurde als zeitgenössischer Anbau auf der rückwärtigen Seite ergänzt. Hier wird der Zeitsprung bewusst sichtbar und die Handschrift des Architekten erkennbar.

 

Handwerk als Wissenstransfer

Der berufliche Weg von Thomas Hasler begann mit einer Schreinerlehre. Heute noch zeichnet sich sein Werk durch einen äusserst präzisen Umgang mit Material und Detail aus. Jeder Nagel sitzt, jeder Falz fügt sich. Die Schranktüre in der Kitchenette lässt sich 270° öffnen, so dass sie dem Benutzer nicht in die Quere kommt. Die historische Treppe-im-Schrank wurde mit einem handgeschmiedeten Geländer ergänzt.

Der Architekt hat die Unternehmer nach ihren Kenntnissen im Umgang mit historischer Bausubstanz ausgewählt. Sie haben reused Fischgratparkett – abgeholt im Bauteillager Ostschweiz Schönenberg an der Thur – eingebaut, einen passenden alten Kachelofen gesucht und montiert. Die neuen Schlosserarbeiten zeugen von Kenntnis historischer Machart.

Das im Gasthaus Ochsen gezeigte Handwerk ist eine Meisterleistung und ein dreidimensionaler Wissenstransfer historischer Machart.

 

Der Dorfplatz als lebendiger Ort

Der Platz im Zentrum von Urnäsch ist ein typischer ländlicher Dorfplatz. Entstanden auf der Kreuzung zweier Handelswegen, diente er als Tränke für Ross und Kutscher, als Austausch von Neuigkeiten und Handel von Waren. Die Drive-in Tankstelle des 18.Jahrhunderts. Saisonal ist er Fixpunkt für Silvesterchläuse und Bloch, Schellenkuh und Ledi, fotogen vor der historischen Gebäudekulisse aufgestellt. Der Platz war nie Flaniermeile um Sehen und Gesehen zu werden, nie urban. So ist seine heutige Nutzung als Parkplatz, als Sitzplatz vor dem Restaurant, als Werbeträger vor dem Museum eine logische Weiterentwicklung seiner ursprünglichen Funktion.

 

Grosses Interesse und lebhafter Austausch

Beim anschliessenden Apéro entwickelte sich rasch eine angeregte Gesprächsatmosphäre. Zahlreiche Fachfragen aus dem Publikum zeugten vom grossen Interesse am Projekt. Die Offenheit von Thomas Hasler und Julia Tanner sowie ihre Fähigkeit, auch komplexe Zusammenhänge verständlich zu vermitteln, wurden von den Teilnehmenden sehr geschätzt.

Das Forum Appenzellerhaus bedankt sich bei allen Beteiligten für den gelungenen Anlass.

 

Ausblick

Ab dem 1. August wird ein neues Gastgeber-Team das Gasthaus Ochsen führen. Das Forum Appenzellerhaus wünscht ihm einen erfolgreichen Start und viel Erfolg für die Zukunft.

 

Nach der Sommerpause wird sich das Forum der Programmgestaltung für das Jahr 2027 widmen. Interessierte, die sich bei der Entwicklung künftiger Veranstaltungen einbringen möchten, sind herzlich eingeladen, sich unter info@appenzellerhaus-ar.ch">info@appenzellerhaus-ar.ch zu melden.

 

 

 

 

Zeitgenössische Architektur am steilen Hang

19. Mai 2026

Zeitgenössiche Architektur am steilen Hang

Am letzten Dienstagabend lud das Forum Appenzellerhaus zur Besichtigung eines aussergewöhnlichen Mehrfamilienhauses an der Sonnhalde in Urnäsch ein. Zahlreiche Interessierte aus Architektur, Denkmalpflege, Holzbau und dem regionalen Baugewerbe nutzten die Gelegenheit, das Wohnhaus gemeinsam mit Architekt Christoph Giger und der Eigentümerschaft zu besichtigen.

 

Anspruchsvolles Gelände am Südhang

Das Gebäude steht an einem steilen Südhang mit Blick auf das Dorf – auf einem Gelände, das zu Beginn der Planung als kaum bebaubar galt. Der Untergrund aus Nagelfluh und die anspruchsvolle Topografie stellten hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Dass an diesem Ort dennoch ein Mehrfamilienhaus entstehen konnte, ist laut den Beteiligten der engen Zusammenarbeit zwischen Architektenteam, Fachplanern und Bauherrschaft zu verdanken.

Eine Reduktion auf das Wesentliche

 

Architekt Christoph Giger verglich denn auch das Haus, vor der Führung mit einem Bild des japanischen Vulkans Fuji: ein klarer, ruhiger Körper in der Landschaft – ohne unnötige Anbauten oder gestalterische Übertreibungen. Das Gebäude solle selbstverständlich und einfach wirken, fast wie ein leerer Bilderrahmen vor der Landschaft.

 

Der beheizte Wohnbereich wurde als kompakter Holzbau konzipiert, der auf einem unbeheizten steinernen Sockel ruht. Dieser passt sich dem Hangverlauf an und bildet gleichzeitig den räumlichen Auftakt des Hauses. Besonders prägend ist die in den Felsen geschnittene Aussentreppe, über welche die einzelnen Wohnungen erschlossen werden. Anstelle eines klassischen Treppenhauses im Innern wurde die Erschliessung bewusst und aus Platzgründen nach aussen verlegt.

 

Mondholz

Das Haus wurde als Vollholzbau mit regionalem Mondholz realisiert. Ausgeführt wurde der Holzbau von Nägeli Holzbau, Gais. Nach Angaben des Architekten besteht das Gebäude lediglich zu rund vier Prozent aus verleimtem Holz – hauptsächlich bei den tragenden Elementen. Dadurch ist ein behagliches Raumklima gewährleistet und macht das Wohnen klimafreundlich.

 

Hindernisfreiheit mit Appenzeller Holz

Besonderes Augenmerk galt zudem der Hindernisfreiheit. Die Eigentümerin Frau Dörig betonte, dass das Gebäude schwellenlos gestaltet wurde – ein Novum in dieser Form in Urnäsch. Ein Lift verbindet die Geschosse, die Türen sind breiter und somit konsequent rollstuhlgängig ausgeführt.

 

Moderne Architektur mit Bezug zur Bautradition

Trotz seiner zeitgenössischen Sprache fügt sich das Haus sorgfältig in das Ortsbild und die Landschaft ein. Hervorgehoben wurden insbesondere die Täfer-Brüstungen der Loggien. Ihr Rhythmus von 5/2/3 nimmt Bezug auf die traditionellen Fensterteilungen historischer Appenzellerhäuser. Die Holzfassade wurde zudem vorgegraut, um eine gleichmässige Alterung und Verfärbung zu erreichen.

 

Die zahlreichen Fachfragen aus dem Publikum zeigten das grosse Interesse am Projekt. Architekt und Bauherrschaft nahmen sich Zeit, detailliert auf konstruktive Aspekte einzugehen.

Nächster Anlass des Forum Appenzellerhaus

 

 

Der nächste Anlass des Forum Appenzellerhaus

Am Dienstag, 9. Juni 2026, um 18.30 Uhr im Gasthaus Ochsen.

Werkbesuch Sägerei

Einblick in gelebtes Holzhandwerk in Urnäsch

Am Dienstag, 28. April 2026, traf sich das Forum Appenzellerhaus zu einem Werkbesuch in der Sägerei von Werner Knöpfel in Urnäsch. Der Anlass bot spannende Einblicke in traditionelles Handwerk, regionale Wertschöpfung und moderne Ansätze der Holznutzung.

 

Traditionelles, präzises Sägehandwerk – modern umgesetzt

Werner Knöpfel führte die Teilnehmenden persönlich durch seinen Betrieb und erklärte anschaulich die Abläufe in seiner Sägerei. Herzstück ist eine Blockbandsäge aus den 1970er Jahren, mit der Stämme bis zu 10.30 Meter Länge und 1.15 Meter Durchmesser präzise verarbeitet werden können.

Pro Jahr verarbeitet Werner Knöpfel rund 150 Kubikmeter Holz – ausschliesslich aus der Region Urnäsch. Damit bleibt die Wertschöpfung bewusst lokal. Ein grosser Teil der Aufträge erfolgt in Zusammenarbeit mit Bauern und Waldbesitzern.

Besonderes Augenmerk legt Knöpfel auf die Qualität des Rohstoffs: Verarbeitet werden bevorzugt Bäume, die vor dem kürzesten Tag des Jahres geschlagen wurden – ein traditionelles Wissen, das sich bis heute bewährt.

 

Vom frischen Holz zum fertigen Produkt

Auch die Trocknung des Holzes erfolgt sorgfältig und in mehreren Schritten. Zunächst lagern die gesägten Bretter im Freien, bis sie einen Feuchtigkeitsgehalt von rund 15 % erreichen. Anschliessend werden sie im Gebäude weiter getrocknet – bis auf etwa 6 %. Dieses Vorgehen garantiert eine hohe Qualität und Formstabilität des Endprodukts.

Der Betrieb zeigt exemplarisch, wie traditionelles Wissen und heutige Anforderungen sinnvoll kombiniert werden können.

 

Das Produkt und seine Kunden

Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit im Fokus

Im Anschluss an die Betriebsführung stellte Pascal Inauen, CEO der Urstamm AG Urnäsch, seine Firma vor. In der spannenden Präsentation erzählte er vom Waldklimaprojekt in Fislisbach, von zertifizierten CO2-Gutschriften und vom HKN-Holz. Dieses ermöglicht dank digitaler Lösung die Rückverfolgbarkeit des frisch geschlagenen Stammes im Wald bis zur zeitgemässen Strickwand des modernen Holzhauses. Die Möglichkeit der Holznachverfolgung ist ein zunehmend wichtiger Aspekt in der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen. Die lückenlose Dokumentation der Herkunft stärkt das Vertrauen in regionale Produkte und zeigt auf, wie Holz vom Wald bis zum fertigen Bauteil transparent begleitet werden kann.

Gerade im Appenzellerland, wo Handwerk, Landwirtschaft und Tradition eng miteinander verbunden sind, gewinnt dieser Ansatz zusätzlich an Bedeutung. Der Erhalt und die Förderung des lokalen Handwerks sind zentrale Anliegen der Region.

 

 

 

Hinweis auf den nächsten Anlass

Der nächste Anlass findet am Dienstag, 19. Mai 2026, statt:

 

Besichtigung „Haus am Hang“ Sonnhalde 34, Urnäsch Beginn: 18.30 Uhr

 

Das Gebäude steht exemplarisch für modernes Bauen im anspruchsvollen Gelände und verbindet Architektur mit regionaler Bauweise.

 

 

Werner Knöpfel an der Schleifmaschine

Pascal Inauen von Urstamm AG

Präzision

 

 

 

 

Das Forum Appenzellerhaus lädt Sie ein nach Urnäsch – ein Dorf, dessen Baukultur von Präzision, Haltung und Kontinuität geprägt ist. Im Spannungsfeld von Tradition und Innovation, von Neubau und zeitgemässem Umbau, wird sichtbar, wie Architektur als kulturelle Praxis wirkt und das Dorfleben formt. Die Sägerei als Produktionsstätte und Wissensraum, das Haus am Hang als zeitgenössischer Holzbau und das Gasthaus im Zentrum als transformierter Bestand zeigen, wie Engagement von Bauherrschaft, präzise Planung und Ausführung zu räumlicher Qualität führt. Die Projekte verdeutlichen, wie durch sorgfältige Detailarbeit, konstruktive Klarheit und den bewussten Einsatz des Materials Holz eine tragfähige Verbindung zwischen Ort, Nutzung und Zeit entsteht. Die Anlässe laden zur vertieften Auseinandersetzung mit Baukultur, Entwurf und Ausführung im ländlichen Kontext ein.

 

Werkbesuch

Dienstag, 28.04.2026 18:30 Uhr, Werner Knöpfel Holzbau Sägerei, Egglibachmüli 650, 9107 Urnäsch

Werner Knöpfel gewährt uns einen Einblick in seine Sägerei, in welcher ausgewählte und regelmässig gewachsene Bäume aus der Region, zu Balken und Brettern verarbeitet werden. An diesem Anlass wird auch kurz die Säge in Betrieb genommen, um das Aufsägen der Baustämme zu veranschaulichen. Vor Ort wird uns auch die Firma Urstamm ihren digitalen Herkunftsnachweis für Holz erläutern, mit welchem die Herkunft jedes Stammes und der Weg des Holzes durch die Verarbeitungsstufen dokumentiert ist.

Für diesen Anlass bieten wir um Anmeldung bis Dienstag, 21.04.2026

 

Besichtigung

Dienstag, 19.05.2026, 18:30 Uhr, Haus am Hang, Sonnhalde 34, 9107 Urnäsch

Architekt Christoph Giger und die Eigentümerschaft führen uns durch das Wohnhaus am steilen Südhang mit Blick auf das Dorf. Der beheizte Wohnraum wurde auf ein kompaktes Volumen in Holz reduziert, welches auf einem unbeheizten und steinernen Sockel ruht. Dieser Sockel passt sich der extremen Topografie an, dient als räumlicher Auftakt in das Haus und bildet eine in den Felsen geschnittene Treppe aus, über welche die Bewohner ihre einzelnen Wohnungen erreichen.

Für diesen Anlass bieten wir um Anmeldung bis Dienstag, 12.05.2026

 

Hausrundgang

Dienstag, 09.06.2026, 18:30 Uhr, Gasthaus Ochsen, Dorfplatz 2, 9107 Urnäsch

Architekt Thomas Hasler führt durch das Gasthaus Ochsen. Das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert wurde durch das Architekturbüro Staufer & Hasler Architekten AG behutsam saniert. Durch genaue Analyse, respektvollem Umgang mit der Substanz und präzis gesetzten Eingriffen blieben die bestehenden Stärken des Gebäudes erhalten und gleichzeitig wird der Betrieb mit moderner Infrastruktur ermöglicht. Beim Rundgang mit dem Architekten und lokalen, am Bau beteiligten Handwerkern, wird das Zusammenspiel beim Weiterbauen am Bestand, zwischen Entwurf und Ausführung, diskutiert.

Für diesen Anlass bieten wir um Anmeldung bis Dienstag, 02.06.2026

 

 

 

Huber Fenster - Forumsanlass am 13. Mai 2025

Ein Blick hinter die Kulissen eines traditionsreichen Fensterbauunternehmens

Text: Bruno Steingruber, Forum Appenzellerhaus

Bild: Martin Huber, Huber Fenster AG

 

Mit grosser Vorfreude besuchten wir die Huber Fenster AG in Herisau. Eine Gruppe von fast 30 Personen lauschten gespannt den Ausführungen von Pascal Huber, der uns mit seiner Begeisterung für das Familienunternehmen ansteckte.

René Caamaño Parada begrüsste die interessierten Besucher. Er informierte über die Aufgaben, Sinn und Zweck des Forum Appenzellerhaus, bevor er das Wort an Pascal Huber übergab.

Von der Glaserei zum modernen Fensterbau

Die Geschichte der Huber Fenster AG reicht bis ins Jahr 1883 zurück, als Robert Signer in Herisau eine Glaserei gründete. Heute wird das Unternehmen in fünfter Generation von Matthias, Sebastian und Pascal Huber geleitet und beschäftigt rund 75 Mitarbeitende. Die Verbindung von traditionellem Handwerk mit modernster Technologie macht die Firma zu einem der führenden Fensterbauunternehmen der Schweiz.

«Qualität nach Mass» – das Credo der Huber Fenster AG

Das Unternehmensmotto «Alles ist möglich – Qualität nach Mass» zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche der Firma. Die Huber Fenster AG legt grossen Wert auf soziale und ökologische Verantwortung. Vertrauen und Fairness gehören ebenso zur Unternehmenskultur wie die nachhaltige Beschaffung der Materialien. Kundinnen und Kunden werden individuell beraten und erhalten massgeschneiderte Lösungen, die höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werden.

Unterstützung in der Ukraine

Auch international übernimmt das Unternehmen Verantwortung: Das Schwesterunternehmen in der Ukraine liefert fertige Komponenten für den Fensterbau in Herisau. Dort baut die Firma Divario AG in Winnyzja unter der Leitung von Seniorchef Martin Huber unter anderem Tiny Houses in Containergrösse – als Ersatz für zerstörte Wohnhäuser im Kriegsgebiet. SRF berichtete darüber in der Sendung 10 vor 10 und am 12.12.2023 im Echo der Zeit, sowie am 14.09.2024 in einer ausführlichen Reportage mit Martin Huber.

Beeindruckende Referenzprojekte

Ein Highlight des Besuchs war die Präsentation eines Fensters der Südfassade des Hauptbahnhofs Zürich. Die Huber Fenster AG durfte im Rahmen einer umfassenden Sanierung alle fast 60 Türen dieses denkmalgeschützten Gebäudes nach historischen Vorlagen rekonstruieren. Die Verbindung von traditioneller Handwerkskunst mit heutigen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen macht dieses Projekt besonders eindrücklich.

Ein Blick auf die Referenzliste auf der Website der Huber Fenster AG zeigt viele weitere prestigeträchtige Projekte – ein beeindruckendes Zeugnis des handwerklichen und gestalterischen Könnens dieses ausserrhodischen Traditionsunternehmens.

Ein inspirierender Ausklang

Die eindrucksvolle Führung mit Pascal Huber wurde durch einen wunderschönen Apéro in geselliger Atmosphäre abgerundet. Dabei bot sich nochmals die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und vertieften Einblicken. Auch der Seniorchef Martin Huber war anwesend und stand mit grosser Offenheit und Leidenschaft für Fragen zur Verfügung.

Ein beeindruckender, wertvoller und faszinierender Anlass – herzlichen Dank dem gesamten Team der Huber Fenster AG für die herzliche Gastfreundschaft und die inspirierenden Stunden in Herisau.

 

Martin Huber_Huber Fenster AG

 

Vogel Fensterbauer - Forumsanlass am 03. April 2025

Ein Blick in 500 Jahre Fenstergeschichte

 

Das Forum Appenzellerhaus hatte die Möglichkeit, zu einem besonderen Event im Fenstermuseum von Vogel Fensterbauer AG in Goldach einzulden. Rund 20 interessierte Besucherinnen und Besucher versammelten sich, um in die faszinierende Welt der Fensterbaugeschichte einzutauchen.

Begrüssung und Einführung Den Auftakt machte Vreni Härdi, die das Forum Appenzellerhaus vorstellte und die Gäste herzlich begrüsste. Der Geschichte der Fenster und vor allem deren Erhalt und Restaurierung an historischen Gebäuden legt sie grosse Bedeutung zu. Da die Fenster stilbildend sind und zur Architektur eines Gebäudes gehören, braucht es Wissen und Können zur Restaurierung oder deren Ersatz. Anschliessend entführte Peter Steingruber, Leiter des Fenstermuseums, das Publikum auf eine spannende Zeitreise durch 500 Jahre Fenstergeschichte.

Seltene Schätze und faszinierende Einblicke Mit grosser Expertise präsentierte Steingruber eine Vielzahl von Exponaten – von äusserst wertvollen Raritäten bis hin zu Standardfenstern vergangener Jahrhunderte. Seine fundierten Ausführungen vermittelten nicht nur technisches Wissen, sondern auch spannende Geschichten rund um die Entwicklung des Fensterbaus. Er bezeichnet die Fenster als Augen unserer Häuser.

Interesse und reger Austausch Die Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen, die Steingruber mit Leidenschaft und beeindruckendem Fachwissen beantwortete. Sein enormes Wissen aus jahrzehntelanger Erfahrung im Handwerk als Fensterbauer und in der Geschichte der Fenster machte die Führung zu einem besonderen Erlebnis.

Gemütlicher Ausklang beim Apéro Zum Abschluss der Veranstaltung lud ein gemeinsamer Apéro dazu ein, das Gesehene und Gehörte weiter zu vertiefen. In angeregten Gesprächen wurde das Wissen ausgetauscht und neue Erkenntnisse gewonnen.

Ein herzliches Dankeschön an Peter Steingruber für die inspirierende Führung durch die Geschichte der Fenster!

 

Das Fenstermuseum ist täglich nach Absprache mit Peter Steingruber, zu besichtigen. Man kann es mit gutem Gewissen, ein «must have» nennen für Baufachleute, Fensterbauer, Schreiner, Bauherren und Baufrauen.

Peter Steingruber 071 846 60 34 p.steingruber@vogel-fensterbauer.ch

 

Referent Peter Steingruber_Vogel Fensterbauer

Referent Peter Steingruber, die Entwicklung vom leeren Loch bis zum verglasten Fenster

 

Referent Peter Steingruber_Vogel Fensterbauer_02

Referen Peter Steingruber...

 

Anblick_Vogel Fensterbauer

...mit Besuchern...

 

Durchblick_Vogel Fensterbauer

...und Durchblick.

 

Altstätten_Barock_1772

Altstätten, Barock 1772

 

Einblick in 500 Jahre Fenstergeschichte

500 Jahre Fenstergeschichte

 

 

 

 

Fenster

 

 

Jahresthema 2025 - Fenster

Fenster sind die Augen unserer Häuser. Durch sie schaut der Bewohner auf die Aussenwelt, als Betrachter versuchen wir einen Blick ins Innere zu erhaschen. Fenster sind oft das erste, was einem ins Auge fällt. Sie sind stilbildend und tragen zur architektonischen Identität bei. Fenster sind modern, traditionell oder innovativ. Sie sind handgemacht, maschinell gefertigt oder technisch hoch entwickelt.

 

An drei Werkstattbesuchen wird die Geschichte und Entwicklung des Fensters erzählt: der Baustil von Fensterrahmen und Beschläge, der Unterhalt historischer Fenster und der Einblick in die Entwicklung neuer Fenstertechnologien.

 

Werkstattbesuch 1 Donnerstag, 03.04.2025, 18:30 Uhr Vogel Fensterbauer AG, Rietbergstrasse 59, 9403 Goldach. Peter Steingruber führt uns durch ihr schweizweit einzigartiges Museum mit kostbaren Exponaten aus über 500 Jahren Fenstergeschichte.

 

Werkstattbesuch 2 Dienstag, 13.05.2025, 18:30 Uhr Huber Fenster AG, St. Gallerstrasse 57, 9100 Herisau. Pascal Huber wird uns Einblicke in die Systementwicklung von hochleistungsfähigen Fenstern ermöglichen.

 

Werkstattbesuch 3 Donnerstag, 26.06.2025, 18:30 Uhr Schmid Fenster Manufaktur AG, Battenhusstrasse 18, 9053 Teufen. Raffael Schmid wird uns über den heute oft vernachlässigten Umgang mit Holzfenster bei Umbauten, Renovationen und Sanierungen von historischen Gebäuden informieren.

 

 

 

Farbig und mehr - Anlass im Krombachsaal 30.10.2024

Einzigartige Renovation des Krombachsaals im Forum Appenzellerhaus: Erhalt eines Handwerkskunstwerks

Die Renovierung des Krombachsaals in Herisau, ursprünglich 1908 erbaut und von 2008 bis 2009 umfassend saniert, ist ein bemerkenswertes Beispiel für den behutsamen Umgang mit historischer Architektur und dekorativer Malerei. Dieser Beitrag gibt Einblicke in die Arbeit der Architekten und Maler, die die ursprüngliche Schönheit dieses Saals wiederhergestellt haben.

 

Historischer Kontext und Architektonische Bedeutung

Der Krombachsaal, ein Teil der ehemaligen Krombachkapelle im Gebäude XIII des Psychiatriezentrums Appenzell Ausserrhoden, wurde von den renommierten Ostschweizer Architekten Robert Rittmeyer und Walter Furrer entworfen. Die im Heimatstil erbauten Anstaltsgebäude zeichnen sich durch eine rustikale Interpretation des Nachjugendstils aus, die Wärme und Behaglichkeit ausstrahlt. Dieser architektonische Ansatz findet sich in den einfachen, aber kunstvollen Details wieder, die den Saal zu einem besonderen Ort machen.

 

Die Aufgabe der Architekten: Sanierung mit Respekt vor der Historie

Dank umfassender Substanzanalysen und historischer Fotografien konnte das ursprüngliche Erscheinungsbild des Saals weitgehend rekonstruiert werden. Die Wände und das Deckengewölbe sind mit einer einzigartigen Schablonenmalerei dekoriert, die dem Raum seine festliche Atmosphäre verleiht. Die Architekten Peter Hubacher und sein Team legten besonderen Wert darauf, die authentischen Farben und Muster zu bewahren und gleichzeitig notwendige strukturelle Erneuerungen vorzunehmen. Der Boden wurde neu erstellt und das filigrane, ornamentale Muster originalgetreu nach Schablonenarbeit rekonstruiert. Auch die hölzerne Empore wurde restauriert und bietet heute als „Raum der Stille“ einen zusätzlichen Rückzugsort.

 

Kunstvolle Malereiarbeiten: Das Handwerk des Malers

Die dekorativen Malereien des Saals – von der Decke über die Wände bis hin zum Boden – erforderten höchst präzise und spezialisierte Techniken. Der Maler Roman Bischof musste die Herausforderungen der Schablonentechnik meistern, um die authentische Farbgestaltung zu gewährleisten.

 

Deckenarbeiten: Die Decke, die sich noch im Originalzustand befand, wurde gereinigt und retuschiert. Dies ermöglichte es, die ursprüngliche Gestaltung zu bewahren und nur punktuell auszugleichen.

 

Wandoberteil und Sockelbereich: Das Wandoberteil wurde mit Organo-Mineralfarbe gestaltet, die spezielle Anforderungen an das Material der Schablonen stellte. Kartonschablonen mussten gegen Feuchtigkeit geschützt werden, um sich nicht zu verformen. Jedes Motiv wurde millimetergenau eingemessen und sorgsam aufgetragen, um die gewünschte Präzision und Detailtreue zu erreichen.

 

Bodenarbeiten: Der Saalboden, der aus Hartsteinholz besteht, wurde mit mineralischer Farbe und einem eigens entwickelten „Stupf-Pinsel“ bearbeitet. Dabei entstanden rund 105.000 Würfelformen, die das Bodenmuster bilden – ein enormer Aufwand, der hohe Konzentration und handwerkliche Präzision erforderte.

 

Herausforderungen und Meisterleistungen der Schablonenarbeit

Der Maler verwendete unterschiedliche Schablonenmaterialien, von Karton bis zu speziell angefertigten lasergeschnittenen Blechschablonen. Die Materialwahl spielte eine entscheidende Rolle, da die Schablonen weder quellen noch reissen durften und häufig gereinigt werden mussten. Die langsame Trocknung der Ölfarben und die genaue Vermessung jedes einzelnen Motivs verlangten dem Team Geduld und technisches Geschick ab.

 

Ein Erlebnis für die Sinne – Kulturelle Bedeutung des Krombachsaals heute

Der Krombachsaal, mit seiner schlichten und zugleich festlichen Ausstrahlung, erfüllt auch heute eine vielseitige Rolle. Er wird für Gottesdienste, Konzerte, Theateraufführungen und andere kulturelle Veranstaltungen genutzt und bleibt ein eindrucksvolles Beispiel für die Bedeutung von traditionellem Handwerk in der modernen Restaurierung. Durch die sorgfältige Wiederherstellung konnte die ursprüngliche Atmosphäre bewahrt werden, die sowohl einladend als auch feierlich wirkt.

Der Beitrag des Krombachsaals zum kulturellen Erbe zeigt, wie wertvoll historische Handwerkskunst ist. Die komplexen Schablonenarbeiten und der Respekt vor den ursprünglichen Techniken schaffen einen einzigartigen Raum, der Vergangenheit und Gegenwart verbindet und die Schönheit alter Handwerkskunst zelebriert.

 

 

Foto: Roman Bischof

Schablonenmalereien im Krombachsaal

Krombachsaal 2025

Schablonenmalerei Wand

Schablonenmalerei Boden

Farbig und mehr

 

 

 

Farben prägen unser Leben auf vielfältige Weise – sie schützen, erzählen Geschichten und beeinflussen unsere Stimmung und Wahrnehmung.

 

Unsere Reihe umfasst drei faszinierende Anlässe, die Ihnen die Welt der Farben näherbringen werden. Wir besuchen dieses Jahr den Rokokosaal in der Krone Trogen. Die Wände sind mit kunstvollen Malereien versehen, die eine beruhigende und zugleich majestätische Atmosphäre schaffen. Erleben Sie, wie die Farbe Blau durch ihre kühle Wirkung die Raumwahrnehmung beeinflusst. Dieser Saal ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Farbe nicht nur Räume, sondern auch unsere Emotionen und Wahrnehmungen gestalten kann.

Beim Werkstattbesuch der Malerei Schulz & Rotach, erfahren Sie mehr von den Vorteilen und Besonderheiten der Standölfarben. Sie sind insbesondere geeignet für den Anstrich von Holz im Aussenbereich. Standölfarben altern im Laufe der Zeit nur oberflächlich, anstatt zu reissen oder abzublättern, was eine einfache Renovierung ermöglicht. Da sie aus natürlichen Inhaltsstoffen wie Leinöl und Pigmenten hergestellt werden, sind sie umweltfreundlich und bieten eine grosse Auswahl an dekorativen, matten Farbtönen.

Tauchen Sie ein in die Magie der Farben und entdecken Sie im Krombachsaal des psychiatrischen Zentrums Herisau wie die schweizweit einzigartige Malerei die Raumwirkung beeinflusst. Erfahren Sie, wie helle Farben einen Raum grösser und luftiger erscheinen lassen, während dunkle Töne für eine gemütliche Atmosphäre sorgen. Lernen Sie die Technik des Schablonierens kennen, die es ermöglicht Räume auf besondere Weise wahrzunehmen. Vertiefte Informationen über diesen Anlass finden sich auch unter Bundesstiftung Baukultur.

 

Donnerstag, 29. August 2024, 17:30 Uhr, Krone Trogen, Landsgemeindeplatz 3, 9043 Trogen Die Geschichte des Rokokozimmers erzählt von Moritz Flury, Kunsthistoriker und Referat zu Farbqualitäten von Marcel Biotti HiD Absolvent und Fachberater Bauten & Denkmalschutz.

Donnerstag, 26. September 2024, 17:30 Uhr, Naturfarbenmalerei Schulz & Rotach, Halten 120, 9035 Grub AR Lassen Sie sich von Lisa Rotach und Jürg Schulz berichten über die Vorteile und Besonderheiten der Standölfarben.

Donnerstag, 31. Oktober 2024, 17:30 Uhr, Psychiatrisches Zentrum AR, Krombach 3, 9100 Herisau Entdecken Sie hier schweizweit einzigarte Malerarbeiten und lassen Sie sich über den Krombachsaal informieren von Peter Hubacher, Dipl. Architekt und Leiter der Sanierungsarbeiten und Roman Bischof, Malermeister und Ausführender der Schablonenmalerei.

 

Wir bitten Sie, jeweils bis spätestens 2 Wochen vor dem entsprechenden Anlass unter info@appenzellerhaus-ar.ch anzumelden.

 

Farben

Reservieren Sie schon heute folgende Daten:

 

Donnerstag, 29. August 2024

Krone Trogen, Saal und Rokokozimmer, Trogen Thema: Farben, Geschichte und Handwerk

 

Donnerstag, 26. September 2024

Schulz & Rotach Naturfarbenmalerei, Heiden Thema: Werkstattbesuch  

 

Donnerstag, 31. Oktober 2024

Krombachsaal, PZA Herisau

Thema: Sanierung der Krombachkapelle / schweizweit einzigartige Malerabeiten